Back To Work: Und schon wieder ein Koffer in Berlin

Eltern Blog

Sicher habt ihr gemerkt, dass ich dieses Wochenende nicht beim Wochenende in Bildern von Grossekoepfe dabei war. Die Zeit hat einfach nicht gereicht. Und Bilder hatte ich auch keine. Denn am Samstag habe ich fünf Stunden am Stück auf die Fahrbahn gestarrt, und die Zeit davor und danach war einfach wenig greifbar für mich. Der heutige Sonntag stand dagegen mehr im Zeichen von Gedankenspielen, sowohl was die Arbeit betrifft, als auch was die Familienorganisation in der heißen Phase meines nächsten Projekts anbelangt. Ja, es gibt wieder ein neues Projekt, nachdem in den letzten vier Monaten bei mir wegen Corona nicht viel lief.

Ich muss mit Ideen für meine „alte“ Sendergruppe arbeiten, was in den Ferien am besten Abends geht.

Es ist nicht so, dass ich zwischen April und Juli nichts zu tun gehabt hätte. Arbeit war genug da, für bisherige Kunden, langjährige Partner oder zum Weiterspinnen eigener Ideen. Nur hat es mir am Ende des Monats eben keiner „abgekauft“.

Mein doppeltes Dilemma ist nämlich, dass ich zu fünfzig Prozent Ideen für Fernseh-Formate entwickle, und zu fünfzig Prozent eben solche Formate handwerklich in die Tat umsetze. Beides war die letzten Monate über einfach nicht gefragt.

Urgesteinig „reales“ Gefühls-Clip TV

Dabei habe ich für TV-Deutschland schon jede Menge total gefragte Sachen mit produziert. Ich hatte die große Ehre, beim Berufseinstieg gleich die letzte Staffel eines echten TV-Urgesteins zu betreuen. Da ging es um so nachgestellte Rettungs-Einsätze. Voll crazy. Später dann war es weniger „real“ (!), doch die Typen waren es noch, ob sie Autohändler, Handwerker, Fahrlehrer, oder sonstwas waren. Jeder Berufsstand bekam seine eigene Doku-Soap, und Michael Schumacher gewann jedes Jahr die Formel 1. Das waren noch Zeiten. Hhm, jetzt muss ich stark überlegen: So richtig was „mit Gefühl“ war anschließend glaube ich nicht dabei. Dokus über Lawinen, Vulkane, Monster-Trucks… Uuuups, fast hätte ich 140 Folgen einer lustigen Clip-Show vergessen. Naja, kann mal passieren.

Rückblickend freue ich mich, dass ich nie das Rad neu erfunden habe. Ich denke, das ist auch gut so für die Menschheit, denn ihr wollt nicht wissen, wie ein Rad aussehen würde, das ich neu erfunden habe! Ich sage nur „Pups! Die Ahnenshow“…

Meistens musste ich Erfolgs-Produkte fortführen, was ehrlich gesagt schwieriger ist, als etwas neues zu etablieren. Scheitert man mit dem Neuen, ist es nicht so schlimm. Denn schließlich kannte es ja noch niemand und keiner bemerkt’s. Ist man jedoch derjenige, der eine seit Jahrzehnten beliebte Show mit zum Beispiel A-Promis auf der Couch, Studio- und Außenwetten in den Sand setzt, dann kann man getrost einpacken und die Branche wechseln. Apropos einpacken: Ich habe gehört im Bereich alternativer Antriebe für Kurierdienste geht noch was.

Besser immer einen Koffer in Berlin

Ach verdammt, dreimal dürft ihr raten, worauf ich mich als nächstes wieder einmal eingelassen habe: Na klar, auf ein seit eineinhalb Jahrzehnten etabliertes Erfolgs-Format. Dennoch freue ich mich darauf. Und zwar wirklich. Vor allem aber auch auf das menschlich super angenehme Umfeld und die lockere, zugleich jedoch verbindlich-professionelle Atmosphäre. Oh mein Gott, ich glaube ich bin erwachsen geworden!!!

Mit dem Erwachsen-Werden geht auch eine andere Stadt einher. Wieder einmal ist es in Berlin, ich werde in Summe sehr wahrscheinlich genau so viel Zeit zum arbeiten in der Hauptstadt verbringen wie letztes Jahr. Doch es ist machbar. Der Mittlere war am Ende des Sommerurlaubs ins Zoutelande schon ein wenig traurig, dass dieses Jahr nicht wieder eine Arbeits-Reise wegen Papa gibt. Jetzt bekommt er sie in Form von Herbstferien an der Spree. Wir sind uns sicher, dass auch der Große, mit dem wir ja gerade erst Quality Time in Berlin hatten, davon profitieren wird. Und unser Kleinster ist eh ganz vernarrt in seinen geliebten „Fernseher-Turm“. Nur die Fernseher auf dem Turm hat er noch immer nicht entdeckt. Gemein! Kindern aus dem Streaming-Zeitalter ist es aber auch schwer zu erklären, wofür die Dinger einst gebaut wurden.

Ach so, hatte ich Eingangs gesagt, ich würde für dieses „Fernsehen“ arbeiten? Das stimmt natürlich so nicht mehr. Vielmehr mache ich Bewegtbild-Inhalte. Für alle Plattformen. And for all devices. Responsive, natürlich. Auch für OTT. Und E.T. Und, und, und…

3 Gedanken zu „Back To Work: Und schon wieder ein Koffer in Berlin“

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